12 Stundenlauf Brühl

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Samstag war es endlich soweit: Wir fuhren mit 5 unserer Läufer zum 12 Stundenlauf nach Brühl.




Geplant hatten wir eine Übernachtung auf dem nahegelegenen Campingplatz Heiderbergsee, welcher vom Stadionglände ca. 3 Km entfernt liegt. Es regnete am Samstag schon den ganzen Tag, sodass die Überfahrt gemächlich von statten ging. Die Autobahn war stark befahren, man hatte durch den starken Regen schlechte Sicht.
Nach 146 km erreichten wir dann Brühl; natürlich hatten wir uns vorher aber schon einige Male verfahren.... Am Stadion luden wir einen Teil unseres Gepäck`s aus und suchten danach den Campingplatz. Dort hatten wir Glück, dass es noch freie Plätze gab, welche uns von einem Helfer für die Nacht zugewiesen wurden.



Der Platz hatte - nach unserer Einschätzung - einen eher "rustikalen " Charakter. Die Zeltpplatzfläche ähnelte eher einer Auslaufwiese für freilaufende Enten und Schwäne - mit allen Hinterlassenschaften dieser gefiederten "Freunde". Na ja, man kann eben nicht alles haben.



Das erste Zelt stand schon nach kurzer Zeit - beim zweiten Zelt gestaltete sich der Aufbau ungleich schwerer: Ist ja auch kein Wunder, wenn die Zeltstangen noch immer in der Garage in Velen lagern!



So wollten wir die Nacht in zwei geteilten Gruppen verbringen. 3 Mann sollten im Zelt schlafen, 2 im Pkw. Weil wir doch wohl ziemlich laut über unsere Situation geflucht hatten, kamen dann aber 3 Mädels auf uns zu und teilten uns mit, dass diese noch ein Zelt für 2 Personen zusätzlich dabei hatten und wir und diese für eine Nacht ausleihen könnten. Wir nahmen das nette Angebot gerne an; jetzt legte sich auch der Ärger und wir fuhren alle zusammen in die Innenstadt von Brühl.



Dort fanden wir ein schönes Italienisches Restaurant und ließen den Samstagabend bei einem schönen Essen langsam angehen. Um 23:00 Uhr waren wir dann wieder am Zelt und suchten die Schlafsäcke auf.

Als wenn die anderen Campingnachbarn nur auf uns gewartet hätten - Jetzt wachten offenbar erst alle richtig auf! Hinter uns fingen Halbwüchsige an, das Spiel " Risiko" mit  Krieg u. Frieden zu spielen, andere gründeten in der Dunkelheit offenbar Diskussionsrunden und sprachen über die weltlichen Probleme des Lebens - Wahnsinn!!!!

Um 01:00 Uhr hatten wir dann genug von den Diskussionen und Heinz ging zum ersten Mal zur "Kontaktaufnahme" zu den halbstarken Bengels. Nach seiner Ermahnung und den Wunsch auf Nachtruhe war es auch wirklich etwas ruhiger; aber nur für 45 Minuten. Dann riss Berthold der Geduldsfaden. Seine sehr laute Ansage direkt vor dem Zelt der jungen Bengels, endlich die Schnauze zu halten, hatte auch Erfolg! - Bis 03:00 Uhr - Jetzt half alles nichts mehr - Jetzt herrschte realer Krieg!

Auf äußerste Geladen liefen Heinz und Berthold zum Angriff. Nach erneuter, lauter und eindeutiger Kampfansage an die Burschen fingen die beiden an, die erste Hälfte des Zeltes flachzulegen! Das zeigte auch sofort die gewünschte Wirkung; aus dem Zelt ertönte nur noch leises Gewimmer.... Wir schienen den Kampf gewonnen zu haben.

So hatten wir dann doch noch "ausreichend" Gelegenheit, ca. 2,5 Stunden zu schlafen - Mehr braucht ja sowieso niemand.....
Halbtot packten wir dann um 05:00 Uhr das Zelt zusammen  und ließen noch kurz eine Auswahl diverser Handytöne am Zelt unserer Nachbarn los, um dann ohne ein "Auf Wiedersehen" das Gelände zu verlassen!



Am Stadion angekommen, brachten wir unsere Utensilien zu unserem Pavillon, die PKW`s sollten wir laut Veranstalter im reservierten Parkhaus am Krankenhaus kostenfrei abstellen können. Das hatte der Kollege Nachtwächter aber wohl nicht so richtig verstanden. Dieser hatte erstmal keine keine Lust, uns um 05:45 Uhr die Schranke zu öffnen - auf unser "Flehen" hatte er aber dann doch ein Einsehen.

Jetzt konnte der Tag beginnen: Wir nahmen im Wettkampfbüro ein wirklich gutes Frühstück des Orgateams ein,  danach machte sich unser erster Läufer fertig. Die Reihenfolge hatte wir durch "Stöckenziehen" ermittelt. Taktisch hatten wir uns vorgenommen, uns die kommenden 12 Stunden so einzuteilen, dass sich keiner überfordern würde und in jedem Fall alle ankommen sollte. Wir wollten zu Beginn erst 2 Runden (insgesamt also 5 Km) laufen, danach sollte neu entschieden werden, wie es mit der weiteren Renntaktik aussehen sollte.

So startete Heinz dann bei hoher Luftfeuchtigkeit seinen ersten Lauf des Tages Punkt 07:00 Uhr mit einem Lächeln im Gesicht.



Anschließend waren Dirk, Heiner, Berthold und Stefan an der Reihe. Der Staffelstab musste immer in einer Wechselzone an den nächsten Läufer übergeben werden; die Zeit wurde mit Chips in den Startnummern gemessen.
Die Strecke war kurvig, im Wald auch sehr matschig. Es ging dann am Schloss Brühl vorbei, um nach einer kurzen Strecke durch die Fußgängerzone wieder am Stadion oben entlang der aufgebauten Team-Pavillons vorbei auf die Stadion-Tartanbahn einzubiegen und dort noch einmal Tempo zu machen.

So ging es abwechselnd den ganzen Tag über weiter. Mittags riss dann der Himmel aus, es war  sehr  sonnig   bei ca. 28° C. Wir aßen wenig, nahmen dafür aber umso mehr Flüssigkeit auf.



Um 17:00 Uhr ging der Lauf schon richtig auf die Knochen, wir hatten jetzt alle schon 5 Anläufe und ca. 27,5 Km über den Tag gelaufen.



In der Wertung hatten wir uns ab Mittag bis auf Platz 8 bis Platz 7 hochgearbeitet.  Die letzte Stunde sollte die Entscheidung über die endgültige Platzierung bringen. Wir setzen alles auf eine Karte und hatten nur noch 3 Läufer zur Verfügung, welche den Lauf zu Ende bringen konnten. Dirk fing an, legte eine schnelle Runde über 2,5 km hin. Berthold machte es Ihm nach, um dann den Stab an Stefan zu überreichen. Dieser nahm die Beine in die Hand und lief zum Schluss die schnellste Tagesrunde unserer gesamten Truppe. Punkt 19:00 Uhr ertönte dann der Schlussböllerschuss - alle Läufer mussten jetzt genau an der Stelle verharren, die bis zu diesem Zeitpunkt erlaufen war. Die somit erreichte Streckenlänge wurde dann von zahlreichen Vermessungstrupps aufgenommen und an das Wettkampfbüro durchgegeben.

Jetzt bekamen wir auch unser vorläufiges Ergebnis: Wir hatten in den 12 Stunden insgesamt 145,5 Km gemacht und uns auf den 6. Platz der Männer-Staffeln vorgekämpft!

Unter den Klängen von "We are the Champions" genossen wir unseren Erfolg und beglückwünschten einander. Jetzt waren alle ziemlich platt - Es war aber eine super Mannschaftsleistung, bei der jeder seine Leistungsgrenze erreicht hatte.

Die Siegerehrung wurde zügig durchgeführt  -  dann ging es gegen 21:00 Uhr Richtung Heimat. Sollte der Lauf 2012 wieder stattfinden - Unser Team wird wieder mit dabei sein!




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